Mittwoch, 5. Februar 2020

Regenwald Peru (2) - auf dem Weg nach Ecuador

Einige Fotos von unserer Weiterreise innerhalb Perus Richtung Norden, nach Ecuador. 

Wir haben viele Flüsse mit einer beängstigend hohen Fließgeschwindigkeit erlebt. Ich habe das noch nie gesehen und Cindy, die quasi die ganze Welt bereist hat, meint, auch sie habe bestenfalls den Mekong in Laos oder Kambodscha so rasant dahinfließen sehen. Das ist natürlich auf den Fotos nicht ersichtlich, aber in Natura höchst beeindruckend.


Im strömungsverminderten Randbereich konnte man dennoch vorsichtig ein reinigendes Bad nehmen.


Übernachtungsplatz am laut-brausigen Fluss.


Landschaft.


Weiterer Schlafplatz für einige Tage im peruanischen Dschungel. Mit albernen Turnübungen inklusive.


Bewunderer.



Große Abdrücke eines uns unbekannten Flussuferbesuchers.


Wegen des reichlich vorhandenen Süßwassers spielt der Anbau von Reis eine gewichtige Rolle. Die geschmackliche Qualität ist deutlich besser, als das, was man sonst so kennt.


Geschmacklich ebenfalls gut ist die allerorten am Straßenrand angebotene gekühlte Kokosnuss bzw. deren Wasser. Kommt für 50 Cent bereits geöffnet mit Trinkhalm.


Weiterfahrt durch den teilweise sehr schönen Regenwald.


Bei der Einkehr in diesem Restaurant am Straßenrand und Verzehr des landestypischen Fisches namens Paco, wurde ich vom Chef gefragt, ob eigentlich die Deutschen im 3. Reich die Atombombe besaßen und im Krieg einsetzten. Schwere Kost.


Weiterer Schlafplatz unter dem Dach eines nie fertiggestellten Hauses. Derartige Unterstände sind bei uns sehr begehrt. Einerseits, weil es fast unmöglich ist, im Regenwald mit den meist sehr steilen Berghängen halbwegs ebene Freiflächen zu finden, andererseits, weil das Dach den teilweise starken Regen von den Zelten fernhält.


Gleicher Unterstand bei Nacht:


Regenwaldweg - wie viele andere nicht kartographiert:


Schöne Landschaft:


In bislang jedem südamerikanischen Land haben wir beste Erfahrungen mit der Polizei gemacht. Wir werden über die tausende von Kilometern immer mal wieder angehalten und oftmals wie alte Freunde per Handschlag, Faust an Faust oder High Five verabschiedet. So auch hier, verbunden mit dem Wunsch, dass wir die Erinnerung an Peru nach unserer Rückkehr nach Europa in unseren Herzen bewahren sollen:


Ein alter Freund ist offenbar auch der Hund auf dem Sattel - ohne jede Sicherung transportiert. Was das Foto nicht zu zeigen vermag, ist, dass das Hundchen selbst in zügig gefahrenen 90-Grad-Kurven dank ausgeprägter Balancefähigkeit standsicher auf dem Motorrad verbleibt.


E-Mail-Check. Faszinierend, dass manchmal selbst in entlegenen Gebieten Internet funktioniert.


Unten nochmals Reisanbaufläche.


Da geht's lang! Wer genau hinsieht, erkennt, dass die Männer im Städtchen Segunda Jerusalen Taschen umhängen haben. Alle oder jedefalls fast alle. Auf Nachfrage erfahre ich, dass die Herren darin ihre Bibeln transportieren. Ich erfahre auch, dass sie keine Mormonen sind, wie es denn optischen Anschein hat, sondern eine evangelikale Pfingstgruppierung.




Riesiges Monument mit Bibel. Der Zentralpark mit dem Bibelmonument in der Mitte hat vier Eingänge. An jedem Eingang prangen unterschiedliche und aussagekräftige Bibelverse. In der Tat ist das gesellschaftliche Klima hier anders. Die Damen sind beispielsweise durchweg nicht im aufreizenden Latinastil oder den allgegenwärtigen, wenig adretten Leggings, sondern eher im positiven Sinne "normal" gekleidet.


So angenehm der Aufenthalt einerseits im keuschen Segunda Jerusalen war, es erinnerte mich doch ein gutes Stück an die etwas beklemmende Drama-Komödie Truman Show mit Jim Carrey.


Weiter auf der Hauptstraße in der Region Amazonas.


Über Berge, durch Wüsten, Flüsse und Regenwald. Alles mit der 1200 € KENTON, wohlgemerkt. Unser Erstaunen über dessen Zuverlässigkeit bleibt erhalten.


Noch'n Fluss.



Übrigens, ohne Machete ist zuweilen kein Durchkommen.


Waschtag:




Die Meerschweinchen hier, auf spanisch Cuy genannt, werden für rund 10€ pro Tier lebend verkauft, lässt uns der Besitzer einer Minitankstelle mit Sprit vom Fass und Eigner von 700 selbst gezüchteten, süßen Cuys wissen.


Allerdings werden sie nicht als Haustiere für weibliche Teenager, sondern zum Verzehr feilgeboten. 15€ mit Pommes und Salat. Nicht kosher.

(Bild stammt aus Internet)

Survival im Dschungel.


Und Survival an der Tankstelle. Diese Dame im Disco-Outfit war an ihrem ersten Tag auf ihrem neuen Arbeitsplatz nicht nur ausgesprochen overdressed erschienen, sondern auch hinsichtlich der Befüllung eines Mopedtanks, wie selbst zugegeben ausgesprochen unkundig.

Man hilft ja, wo man kann...


Weiter geht's.


Erkundungstour im Gebirge mal ohne Gepäck.


Übernachtung am Wegesrand.
 


Ausruhen und tägliche Übung gegen das seit Monaten andauernde linksseitige Schulterimpingement-Syndrom.


Übernachtungsplatz an einer kleinen Amazonasfähre. 


An der jenseitigen Seite des Flusses fahren nur noch einspurige Fahrzeuge. Keine Pkw mehr. Irgendwann enden die Pfade. Dann bleiben als Transportmittel nur mehr Kleinflugzeuge und Boote.


Wie gesagt, man hilft ja, wo man kann. Diesmal als temporärer Schweinehirte. Biblisch betrachtet, nicht gerade die angesehendste Beschäftigung.


Zwischenzeitlich wurden unzählige Gitterboxen mit Meerschweinchen, sackweise Bananen, Einkäufe und Menschen, in einen kleinen Pkw-Kombi verladen. Und auch das Schwein. Rein.
Ein ladetchnisches Wunder ohne Wohlfühlgarantie für das nunmehr mannigfaltig gefesselte, quiekende Tier. Eine andere Welt, in der PETA eine sehr untergeordnete Rolle spielt.


Lagerfeuer am Übernachtungplatz. Die Fähre fuhr zu meiner Überraschung die ganze Nacht. Man konnte sie per Telefon ordern.


Eine ereignisreiche Nacht also irgendwo, am Anlegeort einer kleinen Amazonasfähre im Dschungel von Peru, von einem Fleckchen Erde, den wohl kaum eine Karte kennt.


Beschirmt Reisende. Gesehen 100km vor der ecuadorianischen Grenze nahe San Ignacio.

Ziemlich überladen haben wir allerdings keinen Grund, uns über die vor uns fahrenden Verkehrsteilnehmer zu amüsieren und mit Steinen zu werfen. Wir fahren nach unserem Einkauf in der Stadt Jaén im Glashaus.


Der nächste Bericht kommt aus meinem bisherigen Lieblingsland, Ecuador. Hier sind wir schon seit dem 9. Januar 2020 unterwegs.




























1 Kommentar:

  1. Ich liebe eure Reiseberichte. Es ist fast wie ein bisschen dabei zu sein...

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