Nach meinem nun endgültig letzten Arbeitstag gestern auf Iparoma, bringt jetzt der junge Franzose Thomas, polyglotter IT-Ingenieur aus Avignon frischen Wind in den Laden und drückt mit 28 Jahren als Jüngster, den Altersdurchschnitt. Er ist ein ganz ruhiger Mensch und ich konnte mich mit ihm nur ein gaaanz klein wenig über Mireille Matthieu unterhalten, dem "Spatz von Avignon". Eine der heimlichen Heldinnen meiner Kindheit.
Aber ich glaube am Gesprächsverlauf erkannt zu haben, dass die Sängerin nicht so recht sein Thema war...
Wie Mireille Matthieu? Echt jetzt?
Das ist ja zum in-die-Luft-gehen!
Oder zum Handstand-Machen oder sich an einen Baum klemmen.
(Aus der Koala-Kreativ-Abteilung mit Selbstauslöser.)
Von Madame Matthieu zu Monsieur Wiens. Ich habe meine 500 km-Inspektion bereits bei 324 km machen lassen, dann habe ich das aus dem Kreuz. Außerdem wollte ich hinten ein kleineres Kettenritzel aufgezogen haben, damit die Endgeschwindigkeit erhöht wird bzw. der Motor nicht so hoch dreht.
Bei der Stadtverwaltung war ich zunächst auch für meine offizielle Zulassung (Habilitación). Dazu habe ich das Motorrad beim TÜV, bestehend aus 2 Polizisten vorgefahren. Freundlich war man und hat nur halbherzig die Funktion des Lichts überprüft. Gesamtdauer abzüglich ausgetauschter Freundlichkeiten: 8 Sekunden.
Dann wurde ein handgeschriebenes Zettelchen ausgestellt, auf dem Fahrzeug und Farbe vermerkt waren und mit dem ich zur Zulassungsstelle auf dem gleichen Gelände geschickt wurde.
Stadtverwaltung Filafelfia
Glaube, Arbeit und Einheit
Mit dem TüV-Zettelchen, meinem Kaufvertrag und dem deutschem Personalausweis wurde nach Bezahlung von 23 Euro ohne viel Tamtam meine Jahresplakette fürs Fahrzeug und der Fahrzeugschein im Scheckkartenformat ausgehändigt. Alles ging zügig und professionell vor sich. Ein Foto meines Gefährts wurde auch gemacht und ist nun in der PC-Kartei verewigt.
Gesamtaufwand war weniger als 1 Stunde und wird jährlich irgendwo im Land wiederholt.
Jetzt fehlt noch die cedula verde, mit der ich in ca. 2 bis 3 Wochen über Grenzen fahren darf.
Wieder zurück bei Motorrad Wiens, ging Elia an die Arbeit.
Und hat in 1,5 Stunden gute Arbeit gemacht. Habe ich ihm und auch dem Seniorchef gesagt.
Elia hat gewissenhaft zügig und professionell gearbeitet. Der Schrecken jedes Handwerkers: der pingelige Kunde steht mit verschränkten Armen beobachtend dabei. Gut
gemeistert, Elia. Er sagte von sich aus, dass die Dakar 150 ein sehr gutes Motorrad sei. Mechaniker wissen aufgrund ihrer täglichen Arbeit darüber mehr, als Verkäufer und so macht seine Aussage Mut.
Inspektion mit Ölwechsel, alle Speichen nachziehen, neues Ritzel statt 50 nun 43 Zähne, Kette kürzen, 1 Dose Sprühöl für die Kette für unterwegs kosteten mit Material und Arbeitszeit 25 (in Worten: fünfundzwanzig) Euro.
Nach einem doppelten Hamburger und 1 Liter Wasser für 3 Euro bin ich auf den Weg hinaus aus dem Chaco.
So bin ich nun alleine in Richtung Concepción Ostparaguay unterwegs.
Mit 10-PS und damit 9 mehr, als der ewige 4-Daltons-Bezwinger.
Mit LSF 30 der Sonne entgegen.
Auf begnadete Kreativ-Fotografien der putzigen kleinen Holländerin werde ich ab jetzt wieder verzichten müssen.









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