Dienstag, 2. Januar 2018

Ich komm' nicht weg hier.

Gestern Mittag hatte ich in Vorfreude über die bevorstehende Abenteuerreise, am Fahrrad alle Schrauben nachgezogen sowie die Kette gespannt und gereinigt. Doch dann kam am frühen Abend ein sehr starkes, lautes Gewitter. Mit noch stärkerem Starkregen. Strom weg, Kerzen an. Die kühne Bärbel hatte doch etwas Bammel angesichts dieses Naturschauspiels, das wir unter einem faradayischen Wellblechdach bewunderten. Der eine oder andere Donner erschütterte den Boden und manchen Donnerschlag konnte man im Magen spüren. Für den Gewitterregen entfuhr Bärbel der Superlativ "Spektakulär!".

Cindy war derweil schon zuvor mit einer Plastiktüte als Regenschutz über dem Kopf allein barfuß zu ihrem Zelt gestapft, das sie vor 2 Tagen aufgeschlagen hatte. Sie hat dann e-books im Zelt gelesen und sich gefreut. Die Blitze hätten ihr keine Angst gemacht, weil sie gewusst hätte, dass die umgebenden Bäume höher sind, als ihr 1-Frau-Zelt und eventuelle Blitze abfangen, sagt sie. Diese kleine Holländerin ist sowas von furchtlos!


Der Regen hielt an und hat mich trotz Ohropax um 01.28 Uhr aufgeweckt. Natürlich sind nun die lehmigen Erdstraßen unbefahrbar und ich komme nicht nach Filafelfia, um Proviant und Ersatzteile für die vorgesehene Reise zu kaufen. Geschweige denn sonstwo hin.
Sitze also derzeit hier fest.

Heute Nacht hat Bärbel mit ihrem Smartphone in einer schlaflosen Regenpause ein paar Eindrücke von den Naturgeräuschen eingefangen.

 "Land unter" heute Vormittag auf dem Iparoma-Hofgelände.




13 Uhr. Kein Regen mehr, aber Pegelstand immer noch zu hoch,
um die Briefmarkensammlung auf dem Boden auszubreiten.

Also muss ich meine Reisepläne Wohl oder Übel anpassen. Was nicht geht, geht nicht.
Ich erwäge, mich, sobald das möglich ist, mit einem Bus irgendwohin aus dem Chaco zu verabschieden. Aber noch lebt die Hoffnung. Mal sehen, wie sich das Wetter entwickelt.


 Die Reisewettervorhersage fällt zunächst nicht positiv aus.



Des einen Leid (meines), des anderen Freud' (seines).


Immerhin habe ich heute noch erlebt, dass ein paar Küken geschlüpft waren. 
Eines davon sieht man hier mit der Mutterhenne.


Und bei der Arbeit gelernt, dass es durchaus seinen Reiz hat, dass Zementsäcke in Deutschland nicht mehr 50, sondern nur noch 25 kg wiegen.
Alans Fahrrad ersetzt mir die nicht vorhandene Schubkarre.

Bis demnächst, bei Sonnenschein.



2 Kommentare:

  1. Was macht man eigentlich bei einem solchen Regensturz, wenn man gerade mit dem Fahrrad 500 km durch die Einöde unterwegs ist?

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  2. Die Kleider ausziehen und in einer Plastiktüte verstauen. Wenn es stark regnet, kommen in dieser Zeit auch keine Moskitos.
    Alternativ kann man sich den Gegebenheiten anpassen und komplett durchnässen lassen. Es ist dann zwar unangenehm feucht, aber nicht kalt. Wenn bald die Sonne scheint, angenehm, wegen Verdunstungskälte. Dritte Variante ist, die Kleider gleich an Ort und Stelle am Leib zu waschen. Mit der Ökoseife, die mir Wanja empfohlen hat. Dann ist man wieder frisch.

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