Samstag, 16. Dezember 2017

10. Tag. Iparoma

Dies ist mein zweiter Versuch, meine ersten Eintragungen für diesen Tag habe ich irgendwie komplett verloren. Grrr! Blog auf einem Handy zu schreiben, ist eine Katastrophe. Ich brauche auch noch einige Tage, um die alten Einträge von WhatsApp zu transferieren. Zudem ist das Internet hier weitaus weniger leistungsstark, als in Asunción.

Jedenfalls war dies mein erster Tag auf der Estancia Iparoma, nähe Filadelfia. Es ging wegen der zu erwartenden heißen Temperaturen früh los. Zunächst musste ein vor 3 Wochen umgefallenes Eingangsschild wieder aufgerichtet werden. Na und? Nicht so einfach. Die darnieder liegende Holzkonstruktion war sauschwer, da aus Palo Santo Hartholz gefertigt. Außerdem ist es hier, wie gesagt, sehr warm. Oder ich bin wahrscheinlich halt einfach nur ein Weichei.

Mit einigem Schrecken sah ich jedenfalls vorab die Temperaturunterschiede innerhalb Paraguays. Hier ein Screenshot vom November.



Aber ich will ja nicht übers Wetter reden. Beim Friseur war ich ja bereits.


"Da lieg' ich nun, ich armes Tor und steh' nicht mehr, wie einst zuvor."



"Doch schnell wird jetzt noch nachberichtet, dass man mich wieder aufgerichtet."

Mit vereinter Kraft konnten Rico, Andreas und ich das Teil in die senkrechte hieven, mit der Brustleier Löcher ins Hartholz bohren und das ganze mit Gewindestangen stabil fixieren.

Rico? Er ist der 28 Jahre alte Tischler und Meister aller Blasrohrschützen aus Chemnitz. Mit seiner Partnerin Berit ist er auf Zwischenstation hier gewesen und bereits weiter unterwegs nach Argentinien. Berit, 25, ist fast fertige Grundschullehrerin, möchte aber "lieber was mit der Natur machen". Sobald ihr Bafög zurückgezahlt ist, wollen die beiden nach Paraguay kommen. Die junge Frau ist geistlich auf der Suche und so haben wir zusammen gebetet, dass sich ihre der Eine, wahre Gott persönlich offenbart.





Links Berit und rechts Cindy beim Füttern der Schafe.

Cindy (Cinderella) kommt hingegen weder aus Chemnitz, noch hat sie einen blassen Dunst vom Schießen mit Blasrohren. Vielmehr bereist die Holländerin die Welt seit 5 Jahren mit dem Fahrrad. Momentan legt sie hier eine längere Pause ein. Ende Januar muss sie kurz über die Grenze nach Bolivien für die Visaerneuererung, dann will sie wieder hierher zurück kommen.

Nirgendwo hingekommen, schon zweimal nicht auf einem Fahrrad, ist das zahme Reh "Mio":


Pferde, die zur Kontrolle der Weidezäune eingesetzt werden, kommen immerhin schon ein Stückchen weiter weg.


Kühe gibt es auch. Etwa 450. Aus meiner Sicht leider.

Das "leider" bezieht sich jedenfalls zumindest auf dies gehörnte Mistvieh, das mir von hinten unvermittelt eins in den Rücken gab, als ich Andreas beim Melken zuschaute. Beim Begriff "Mistvieh" bleibe ich, denn hier in Paraguay kann mir Peta nichts anhaben! Bäh!



Alan an einem Flaschenbaum (Palo Borratcho)


5 Liter Tereré für 2 Männer waren exakt die richtige Menge, um den erlittenen Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Hydrate!


Hier sieht man Chef Gerhard Wohlgemuth an der Bandsäge, der das Tags zuvor geschlachtete Rind zerteilt.


Dann wird es durch den Fleischwolf gedreht und zu Hackfleisch verarbeitet.
Der Mennonit Gerhard ist in Paraguay geboren, sein Vater kam im Alter von 6 Jahren nach hier. Er und seine Frau Marylin wohnen nicht auf der Farm, sondern in der 20 Minuten entfernten Mennonitenstadt Filafelfia.

1 Kommentar:

  1. Habe gestern mal im Blog von Cindy gelesen. https://cyclingcindy.com
    Du lernst ja echt klasse Menschen kennen. Cindy macht wunderschöne Bilder. Es ist ein Augenschmaus. Bei den Bildern von Patagonien bekam ich doch ein wenig Heimweh nach Chile. Liebe Grüße auch an Cindy.

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