Mittwoch, 13. Dezember 2017

2. Tag 7.12. Ankunft in Asunción, Paraguay


Anflug auf Asunción, Hauptstadt Paraguays.


Erstmal schön grün.


Der Hauptstadtflughafen Asunción ist gefühlt kleiner Hahn oder Memmingen.




Fingerabdrücke für meine Papiere genommen nach uralter Art mit Stempelkissen. Menschen am Flughafen erschienen mir außerordentlich freundlich. Einschließlich des älteren Herrn an der Passkontrolle.







Auf dem Weg zur Unterkunft in Asunción bei einem sehr gut bestückten Supermarkt ein Bauernbrot gekauft. Ist vielleicht das letzte für längere Zeit ...


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Blick von der Terrasse meiner Unterkunft. 9 Euro für ein Studentenzimmer mit Küchennutzung und Waschmaschine. Wenn treffe ich hier als erstes, in der Unterkunft von Victor in Asunción, Paraguay,??? Eine Studentin des Fachbereichs "Soziale Arbeit" der TU Darmstadt. Sie macht hier bis Ende Dezember 2 Auslandssemester an der Schwester-Uni. Unfassbar. Morgen kommt noch ein Mann aus Venezuela dazu; da gibt es wohl keine Berührungspunkte, nehme ich an...




2 Dinge finde ich gleich interessant. Erstens: Die abgebildeten Geldscheine haben einen Wert von 15 Euro, 1,5 Euro und 30 Eurocent. (1 Euro = 6300 Guarani). Und zweitens: hier lief ein jüdischer Mann mit Kippa und Tzitzit auf der Straße. Ich kann mich nicht erinnern, das außerhalb Israels schon mal gesehen zu haben.




So, ich war ein wenig in der Stadt spazieren. (ca. 30 Grad). Zugegebenermaßen liegt meine Unterkunft nahe eines Schlichtwohngebietes, um es mal politisch korrekt zu sagen. Dafür bezahle ich halt auch keine Grandhotel, sondern 9 Euro mit Kaffee und Klimaanlage. Offenen Drogenkonsum habe ich beobachtet und die Gehwege sind hier in der Umgebung weder Behinderten- noch altersgerecht. Ein Rollator kommt wegen der Gehwegsbeschaffenheit nicht weit. Den Crackjunkie wollte ich eigentlich ansprechen, aber mit meinen Einkaufstüten wollte ich doch erst mal heim. Jedenfalls ist die Architektur selten so intakt wie dieses Gebäude, eine katholische Einrichtung. Apropos katholisch:....



Ich war in der Gaststätte "El Molino" essen. Sauber, einfach, freundlich, mit Wachmann vor dem Eingang. Rinderfilet mit gemischtem Salat und einem Wasser 6,15 Euro. Der nette Ober bot mir einen Platz (mit leicht kippeligem Tisch) an und legte mir die Tageszeitung hin, als säße ich seit 30 Jahren hier auf genau diesem Platz. Das Restaurant hatte zwar von Ambiente her das Flair wie früher im Ostblock, aber es war auf wundersame Weise doch heimelig. Da ich nicht mehr wusste, ob man eigentlich Trinkgeld gibt, fragte ich ungeniert den Tischnachbarn, der sich als Brasilianer nebst Gattin entpuppte und zu 10% riet. 60 Cent also in meinem Falle.




In der mir vorgelegten Zeitung las ich, dass eine "alte Dame von 62 Jahren, zum Vorbild für die Jugend" wieder, wie jedes Jahr, nach Caacupé pilgert und sich die Füße buchstäblich blutig und blasig läuft. Caacupé, ein berühmter Wallfahrtsort mit einstmals (Anm.: dämonischer) Marienerscheinung, der jährlich Hunderttausende Gläubige am 8.12. anlockt. Wegen dieser Marienerscheinung ist auch morgen nationaler Feiertag in diesem erzkatholischen (87%) Land, in dem Katholizismus mit Okkultismus und Aberglaube oftmals eine ungute Mischung ergibt.




Und nochwas aus der heutigen Zeitung vom freundlichen Ober. Ein sehr neutraler Bericht ohne Polemik, dass Donald Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt hat und er im weiteren Verlauf auch die Botschaft von Tel Aviv verlegen will. Auch ein Auszug einer Rede Netanyahus, dass Jerusalem seit 3000 Jahren die Hauptstadt des jüdischen Volkes und seit etwa 70 Jahren vom Staate Israel sei. "Es war das Zentrum unserer Hoffnung, unserer Träume und unserer Gebete für 3 Millennia", date er. Das fand ich bewegend. Ach ja, am Ende des Artikels gab's neben der bekannten Auffassung von Herrn Abbas noch einen Hinweis, dass Frau Merkel "diese Entscheidung nicht mitträgt", die Briten meinen, es "sei dem Friedensprozess im Nahen Osten nicht dienlich" und Frederica Mogherini äußerte namens der EU "Besorgnis". Ich hingegen ging unbesorgt zum Einkaufen in den "Supermercado España"...







Das im Einkaufswagen gezeigte Essen hat mich 16 Euro (108000 Guarani) gekostet. Zuckerfreie Marmelade, Kaffeesahne, Obst, etwas Käse. (Käse ist teuer), 5 Liter Wasser (ich hatte noch nicht gefragt, ob das Leitungswasser trinkbar ist). Es gibt Paulaner und Heinz Ketchup, für den, der's will. Abgesehen von Grundnahrungsmitteln (z.B.12 Eier 1,30 €) ist der Supermarkt eher teurer, als  Aldi, Lidl und Co. Argentinische Heidelbeeren 150g für 5 Euro ist doch ein strammer Preis. Und die aus dem Aldi kommen aus dem entfernten Polen. Übrigens: aus dem Fenster sehend über den Fluss hinweg, ist bereits Argentinien. Ich kann's greifen und laufe nachher mal da hin. Doch die 150g Schälchen Heidelbeeren kommen offensichtlich aus einer anderen Ecke des Landes. Wer sparen will, bleibt jedenfalls bei lokalen Produkten, kauft eher auf dem Land ein und noch besser auf dem Markt.


Meine Unterkunft. Küche mit Hausherr Viktor und der Darmstädter Studentin Laura.


Terrasse


Tres perros pequeños. Se llamen Lola, Marion y Pochoclo


Zimmer


Gemeinschaftsdusche mit WC.


Separates WC mit Waschbecken in der Raummitte. Jajaja, ich sehe den Buddha. Man hat mich auch schon zum Yoga eingeladen.😎


Wir trinken mit Victor Tereré und essen den letzten Marmorkuchen aus Rheinhessen. Marcus, er hat es geschafft und war dir voraus geeilt.

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