Fragen lauten unter anderem: "Haben Sie gestern viel gelacht, wurden Sie respektiert, haben Sie etwas gelernt."
Ich kann zu allen Fragen täglich neu "ja" sagen.
Auf der Estancia gab es ein Problem mit der Elektrik. Es erschien Elektriker Kentscho mit seinem Mitarbeiter. Den Guarani Kentscho fragte ich nach der Erdung bei Elektroanlagen.
Kentscho (rechts) mit Mitarbeiter.
Er erklärte mir, was typisch für das Land zu sein scheint. Nämlich, dass es klare Bestimmungen für die Elektrik in Häusern gibt, sich allerdings kaum daran gehalten wird. Namentlich kennt man auch in Paraguay einen dritten Draht für die "Erdung".
Das war in Asunción nicht anders.
Ein hier üblicher Duschkopf. Er funktioniert wie ein Tauchsieder. Es soll eine Art FI-Schutzschalter geben. Wie das funktioniert, verstand ich nicht. Dazu ist mein Spanisch zu schlecht. Aber mit 2 Leitungen? Hmmmm.
Außerdem lernte ich von Kentscho, warum das Wasser im Chaco tendenziell salzig ist oder sein kann. Es hängt offenbar mit den ausgetrockneten Salzseen im benachbarten Bolivien zusammen. Salar de Uyuni
Hier auf der Farm ist das Wasser aber nicht salzig. Es gibt eine eigene Trinkwasserzisterne, aus der morgens das Wasser für den Tagesbedarf geschöpft wird.
Derzeit hole ich das Wasser, das mit einem Eimer aus der Zisterne hochgezogen wird. Sobald Kentscho die Hauptleitung repariert hat, kann man wieder an der elektrischen Pumpe zapfen.
In der Zisterne wurde auch der eine oder andere Frosch gesichtet. Vielleicht einer, wie dieser hier?
Mir ehrlich gesagt, egal. Solange keine toten Mäuse drin schwimmen, ist alles gut. (Aber auch diese wasservergiftende Gefahr scheint nicht völlig abwegig).
Alan ist wie eine Katze. Bringt ständig Getiers an 😀
Wie Elli. Die bringt auch ständig was an. Vornehmlich das mit Cindy zubereitete leckere Essen.
Bärbel hat derweil den angestauten Müll von Wochen verbrannt. Müllabfuhr gibt es nicht hier im Kracher. Es gibt zwar eine entfernte Mülldeponie und Andreas würde den Abfall dort gerne entsorgen, aber man entledigt sich des Mülls gemäß den Vorstellungen der Betriebsleitung weiterhin auf traditionelle Weise. Feuer, und dann ab mit dem Rest ins ausgehobene Erdloch. Da graust es wohl dem Umweltschützer, aber mir scheint, so manche moderne Strömung westlichen Denkens (allen voran dieses Monster namens "Political Correctness" ist nicht überall hin vorgedrungen. Mir persönlich ist das sehr recht so, auch wenn ich meinen Plastikabfall nicht unbedingt verbrennen würde.
Heute kam auch Nathanael, jüngster Sohn des Chef-Ehepaars Gerhard und Marylin mit auf die Farm. Der 21-jährige studiert Agrarwirtschaft und Viehzucht hier in Filafelfia. Aus Paraguay will er nicht weg. Seine Mutter Marylin war ein Jahr in Kansas/USA und man kennt Deutschland, aber hier sei es doch am schönsten.
Nathanael rechts im Bild mit Gabriel, der von Marylin betreut wird und Alan beim Billard nach dem Essen.
Ich habe heute zudem noch gelernt, dass es eine Zeit vor Silikonkartuschen gab. Hier gibt es diese Zeit immer noch. Acryl wird nach Großväter Sitte mit dem Plastiktüten-Trichter in die Ritzen gespritzt. So muss sich die Generation der "Digital Natives" fühlen, wenn man ihnen von Wählscheibentelefonen, LP's und Musikcassetten erzählt.
Die weit- und vielgereiste Bärbel, eine ausgesprochene Kennerin von Natur, Pflanzen und Tieren, hat, wie sie sagt, mancherorts den Spitznamen "Ziegen-Bärbel". Ich erahne den Grund dafür.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen